Zwischen Bibern und schottischen Hochlandrindern auf der Müggelspree

Am 24. September 2020 war es wieder soweit: Eine Donnerstagsfahrt der besonderen Art stand diesmal mit unserem Fahrtenleiter Jens Ziegler auf dem Programm. Obwohl die Wettervorhersagen nichts Gutes erahnen ließen, so zeigte es sich doch wieder, wenn bestimmte Teilnehmer an Bord sind, hat der Wettergott ein Nachsehen …
Diesmal machten sich wieder 10 RCT’ler auf den Weg nach Fürstenwalde – und zwar zum RC Fürstenwalde, der jährlich im Frühjahr seine Langstreckenregatta auf der Fürstenwalder Spree austrägt. Leider fiel auch diese Regatta dem Covid19 Virus zum Opfer und musste kurzfristig abgesagt werden. Unvergessen bleiben die jährlich selbst gemachten Burger, die schon ein Grund für eine Regattateilnahme sind.
Doch kommen wir mal zu unserer besonderen Wanderfahrt. Natürlich hatte unser Fahrtenleiter wieder alles bestens organisiert und beide Boote hatten eine „Prinzessin“ als Obfrau! Nachdem wir die Boote an den beiden Stegen startbereit hatten, sollte es auch schon losgehen. Komisch war nur, warum die Boote nicht die Stege benutzten, die direkt vor ihnen lagen, sondern beide die ihnen gegenüber liegenden Stege benutzten. Nun ja, vielleicht waren noch nicht alle Teilnehmer aufgewacht …

Zuerst ging es auf der Regattastrecke (Fürstenwalder Spree) zur Mündung in die Müggelspree (das lag knapp hinter der Wendemarke). Hier mussten wir über eine Schurre beide Boote in die etwas tiefer gelegene Müggelspree transportieren. Das war (wie so oft bei unseren Wanderfahrten) natürlich wieder eine Herausforderung, da wir zwar „oben“ noch gut anlegen konnten aber unten auf der Müggelspree wegen des tiefen Wasserstandes schon etwas mehr unser Können zeigen mussten. Am Ende kamen aber beide Mannschaften gut zurück in die Boote und konnten ihre traumhafte Fahrt auf der sehr kurvenreichen Müggelspree fortsetzen.

Das Besondere war nun, dass wir mit der Strömung stromabwärts ruderten und uns bewusst war, dass wir dieselbe Strecke wieder zurück rudern mussten. Dies konnte aber unsere Eindrücke über die Landschaft an der Müggelspree nicht trüben. Eher waren es da die vielen Bäume, die wohl durch viele Biber stark gelitten haben. Etwas Licht brachten dann die Schottischen Hochlandrinder, die uns allerdings keines Blickes würdigten …
Nach diversen Pausen erreichten wir eine kleine Brücke hinter Mönchwinkel wo wir auch einen Rastplatz fanden und die Boote an Land sicherten. Anstelle der sonst üblichen Restauration war diesmal ein Picknick angesagt – wir hatten ja zur Wendemarke schon glatte 18,5 Kilometer hinter uns gelassen! Natürlich hatte Jens uns einen „Tisch reserviert“ und alle fanden einen Platz (es war auch niemand da, der uns den Tisch hätte streitig machen können …). In jedem Fall gab es viel Salate, diverse Arten von Bouletten, Obst und auch ein paar Liköre waren dabei. So ganz nebenbei zeigte sich an unserer Picknickstelle, dass die Sonne aufkommende Regenwolken einfach wegdrückte und uns weiter mit Sonnenlicht bestrahlte.

Ja, am Nachmittag standen uns nun wieder die 18,5 Kilometer bevor – allerdings gegen die Strömung! Unsere Zeitmessungen zeigten schon, dass wir auf der Rückfahrt eine gute Minute pro Kilometer langsamer waren. Da, wie es bei solchen „Rückfahrten“ leider immer ist, schien das Ende (oder besser der Anfang) der Müggelspree am Wehr kein Ende zu finden und unsere Zeiten wurden noch langsamer … Doch endlich fanden wir die erlösende letzte Kurve und wir konnten uns wieder dem Abenteuer Schurre und Aussteigen widmen. Nach diversen Versuchen (auch schon etwas entkräftet) haben wir es dann doch wieder auf die Fürstenwalder Spree geschafft! Von Strömung war hier nichts mehr zu spüren und die letzten 4 Kilometer auf der Regattastrecke liefen wieder so schnell wie auf der Hinfahrt – das Ziel hatten alle schon im Visier.
Nach 37 Kilometern (unserer längsten Donnerstagsfahrt 2020) hatten beide Boote die Stege wieder erreicht. Die Boote wurden geputzt und wieder ordentlich in die Bootshallen abgelegt. Zum Abschluss konnten wir noch Kaffee und Kuchen geniessen bevor sich wieder alle auf den Heimweg machten.

Fazit: Es bleibt wieder ein großes Dankeschön an den RC Fürstenwalde, der zwei Boote zur Verfügung stellte, unseren Fahrtenleiter Jens sowie den vielen Spendern (Kaffee, Kuchen, Bouletten, Salate, etc.) aus unserer Gruppe. Der altbekannte Slogan „Rudern, wenn andere arbeiten“ hat sich auch im Covid19-Jahr bewährt. Hoffen wir, dass im kommenden Jahr etwas mehr Normalität zurückkehrt und wir wieder alle Donnerstagsfahrten anbieten können.