Donnerstagsfahrt der besonderen Art

Am 22.08.19 lud uns Kristina als Fahrtenleiterin zu einer bemerkenswerten Donnerstagsfahrt ins Gebiet unterhalb der Dahme-Gewässer ein. So machten wir in den Morgenstunden auf den Weg zum Ruderclub Königs Wusterhausen. In Königs Wusterhausen angekommen, verwunderte sich Holger, dass uns mein Navigationsgerät irgendwie an eine andere Stelle führte. Es stellte sich heraus, dass wir auf dem Weg zur Fasanenstraße und nicht zum Fasanenweg waren – wer hätte auch erwartet, dass in so einen kleinen Ort zwei Fasanenstraßen geben kann …

Nun gut, nach der Korrektur haben wir das beeindruckende Bootshaus des Ruderclubs gefunden und konnten mit unseren Mitstreitern erstmal etwas frühstücken. Was soll ich dazu noch sagen: Natürlich war es wieder bestens vorbereitet und das Wetter (was ja bei der Mitfahrt eines hier nicht genannten Ruderkameraden immer sonnig ist) zeigte sich von seiner besten Sonnenseite. Unsere Fahrtenleiterin Kristina wies uns dann in die Tour und Mannschaften ein. Auf der Fahrt zum Motzener See mussten wir durch den Nottekanal, der durch zwei Schleusen zu passieren war. Der Schleusenmeister war informiert und fuhr extra wegen uns zu beiden Schleusen um diese für uns zu bedienen. Kristina warnte uns allerdings davor, dass wir zwischen den Schleusen etwa gute 10 Kilometer durch grünes Gewässer (man nennt es auch Entengrütze) rudern müssten … Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar was uns da wohl erwartete.
Nach dem Frühstück ging es dann flott in die Boote und wir ruderten erstmal gemütlich über die Dahme und Hafengewässer bis zur ersten Schleuse in den Nottekanal. Schon kurz vor der Schleuse lies sich erahnen, was uns die Entengrütze in dem Kanal dann noch bescheren würde. Selbst die Schleuse war schon mehr grün als steinig. Auf dem Gelände lag auch schon viel inzwischen vertrocknetes Grünzeug. Unbeeindruckt ruderten dann alle drei Vierer ins Entenglück über glatte 10 Kilometer. Schon nach wenigen Metern zeigte sich, dass hier von Rudern auf dem Wasser nicht mehr viel zu sehen war – wir ruderten komplett auf kleinen Wasserlinsen (das wäre dann wohl der Fachbegriff für unsere Entengrütze). Es gibt sogar wissenschaftliche Studien die versuchen aus den Wasserlinsen menschliche Nahrung zu erzeugen – gut, das Projekt ist wieder etwas zurückgestellt worden nachdem erkannt wurde, dass sich dort auch Gifte wie Arsen, Cadmium und weitere Algengifte sammeln würden. Aktuell ist aber noch das Projekt Smoothie im Gespräch – nun gut, lassen wir unsere Wissenschaftler mal forschen – wir haben uns jedenfalls mit den Booten leicht gebremst durch den Kanal bis zur nächsten (oder sollte ich besser sagen erlösenden) Schleuse gekämpft. Der Nottekanal hatte aber auch etwas Gutes – wir waren mitten in der Natur von Bäumen geschützt. So wichen wir der strahlenden Sonne wunderbar aus und konnten entspannt und kühl durch den Kanal rudern.

An der zweiten Schleuse erwartete uns wieder der Schleusenmeister und schleuste uns in den Galluner Kanal. Nachdem wir kurz nach der Schleuse endlich wieder Wasser unter den Booten hatten gab es die nächste Herausforderung da der Kanal so schmal war, dass die Boote nur hintereinander rudern konnten. Dafür ruderten wir wieder mitten in der Natur durch Bäume von der Sonne geschützt. Doch dann kam, was in so engen Gewässern kommen musste: Eine Schwanenfamilie mit drei Kindern schwamm direkt vor uns. Da mussten wir irgendwie vorbei kommen was fast unmöglich war, da die Schwäne der Meinung waren vor uns zu bleiben. Viele Versuche an einer Seite zu rudern halfen zunächst, dass wir die Kinder passieren konnten. Doch die Eltern gaben nicht auf. Nach weiteren Versuchen war die Mutter erschöpft und es gelang uns sie ebenfalls zu passieren. Wer nun geglaubt hatte, dass der Senior das genauso macht, sah sich getäuscht. Wir trieben ihn über 1 Kilometer vor uns her und er gab nicht auf. Endlich fanden wir eine kleine Ausbuchtung wo wir ihn dann auch passieren konnten. Leider waren wir ja nicht das einzige Boot und so mussten die Schwäne auch die zwei folgenden Boote noch passieren lassen was am Ende auch allen gelang.

Dann erreichten wir den Motzener See und nun bestrahlte uns die Sonne in ihrer ganzen Herrlichkeit. Gut, es waren dann zum Strandbad Kallinchen nur noch wenige Kilometer wo wir unsere Boote dann lagern konnten. Anschließend ging es dann zum Restaurant Alter Krug wo wir unser Mittag einnehmen konnten. Nach dem Essen genossen wir am Strandbad noch das schöne Wetter, gingen baden oder entspannten uns einfach. Damit wir noch ein zweites Zielgebiet auf der Fahrt mitnehmen können, entschlossen wir uns auf der Rückfahrt ins Dahme-Zielgebiet zu rudern.

So ging es dann wieder auf die Rückfahrt durch den Galluner Kanal (diesmal ohne Schwanenpausen) und die Schleuse in den Nottekanal (wir wussten ja nun, wie wir durch die Entengrütze rudern konnten) bis zur letzten Schleuse. Nachdem wir diese Schleuse passiert hatten ruderten wir durch das Hafenbecken in die Dahme bis hinter die Autobahnbrücke ins nächste Zielgebiet. Dort wendeten wir und ruderten die letzten Kilometer auf der Dahme zum Ruderclub Königs Wusterhausen. Hier wurden die Boote gesäubert und in die Hallen gelegt. Zum Abschluss gab es noch etwas Kaffee bevor wir alle die Rückreise nach Berlin antraten.
Was bleibt ist wieder eine schöne Naturwanderfahrt, ein großes Lob an unsere Fahrtenleiterin und unseren Schleusenmeister sowie dem Ruderclub Königs Wusterhausen, der uns seine drei Boote zur Verfügung stellte. Danke auch an unsere Spender, die uns mit Frühstück und Kaffee versorgten.